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Luang Prabang

Bonjour Laos!

Nach einem tollen Festival und zwei schönen Tagen in Chiang Mai beschließe ich weiter nach Laos zu reisen. Natürlich Low-Budget, also mit dem Bus, obwohl ich bei Bus die Mehrzahl benutzen sollte denn ich wechsle gefühlt stündlich das Fahrzeug. An der Grenze angekommen müssen wir alle entspannt und ohne uns die Fahrt anmerken zu lassen für ein Passfoto in die Kamera blicken! Danach in den nächsten Bus, der mehr Passagiere als Sitzplätze bietet (was den Fahrer nicht davon abhält immer mehr Laoten auf der Straße aufzupicken! Während die Hühner im Gepäckraum vor sich hin gackern, Leute im Flur sitzen, sich eine Frau hinter mir stündlich lautstark übergibt und die ganze Nacht lang asiatische Musik läuft, frage ich mich ob es wirklich so klug ist immer die günstigste Transportmöglichkeit zu wählen. Aber auch laotische Horrorbusfahrten haben einmal ein Ende und ich komme heil in Luang Prabang an. Auf der Fahrt treffe ich zwei alte Bekannte aus Pai und Chiang Mai und zusammen mit einem weiteren Traveller teilen wir uns für die nächsten Tage ein 4-Bett Zimmer.

Laos, ist das wohl ärmste Land Südostasiens das ich bisher bereist habe. Die Leute sind aber trotzdem nett (obwohl sie natürlich immer wieder versuchen dich übers Ohr zu hauen) und herzlich. Das Essen kommt leider nicht an das thailändische heran, aber die Nudelsuppe hier schmeckt (wenn man Hühnerbeine-, Knochen und Fischbälle dezent aussortiert) sehr gut. Die Natur des Landes ist, was ich bisher gesehen habe wunderschön und unberührt.

Die kleine Stadt Luang Prabang ist sowohl essentechnisch als auch architektonisch von den Franzosen beeinflusst. Französische Kolonien kamen einst in die kleine Stadt und brachten (metaphorisch) schöne Häuser, Croissants und Baguettes mit! Der Mix aus asiatisch und europäischen macht den Flair der Stadt aus und ist mit keiner der bisherigen Städte in Asien zu vergleichen.

French Bakery – endlich wieder ein Croissant!

Auch hier gibt es Abends einen Night Market mit Tüchern, Schmuck, Essen und laotischen Zeichnungen. Das schlimme am langen reisen ist, dass ich zwar so gerne viele schöne Dinge mitnehmen möchte, aber der Backpack einen Strich durch die Rechnung macht. Man lernt zu verzichten.

Foodheaven

Einer der wohl schönsten Plätze in Luang Prabang sind die Wasserfälle Kuang Si Falls. Zusammen mit drei weiteren Freunden die wir hier kennen lernen teilen wir uns ein Tuktuk und machen uns auf den Weg. Der Anblick der uns geboten wird ist atemberaubend. Das Wasser hat eine so unnatürlich blaue Farbe, dass ich selbst beim sichten meiner eigenen Fotos überlege ob das Bild bearbeitet wurde. Little Paradise, einfach schön. Natürlich springen wir ins kühle Nass und genießen das Wunder der Natur bei einer kleinen Wanderungen um den Wasserfall. Würden die Laoten nicht für alles Geld verlangen, würde ich hier definitiv öfter herkommen!

unnatürlich schön

Nach ein paar schönen Tagen in klein Frankreich mache ich mich weiter auf Richtung Vang Vieng – dem Partyort in Laos, der durch sein Tubing am Fluss bekannt geworden ist. See you at the riverside

Barabend

Nightmarket – nichts für große Leute 😉

Tuk-Tuk Fahrt zum Wasserfall

Sonnenuntergang am Mekong

Life of Pai

Eine Hommage

Das Erste vorweg: ich liebe, liebe, liebe Pai! Mein absoluter favorite place to be während meiner gesamten, bisherigen Reise. Das kleine Dorf mitten in den Bergen Nordthailands hat so viel Charme, dass es kaum einer über sein Herz bringt abzureisen. Man muss sich selbst zwingen um loszukommen und jeder der einem über den weg läuft bleibt länger als eigentlich geplant.
Das Zentrum des Dorfes bilden drei Straßen in denen sich süße Cafés und Restaurants aneinander reihen. Jedes ist individuell und mit so viel Liebe gestaltet, dass man sich am liebsten überall reinsetzen möchte. Das Highlight bildet –wie so oft in meinem Leben- das Essen. Der Nightmarket bietet das wohl Beste, das ich während meiner gesamten Reise gegessen habe. Neben Glücksrollen, frischem Tee in Bamboo Tubes, Samosas, typischen Thai Essen und meinem absolutem Liebling: gegrilltem Gemüse mit frischen Kräutern, gibt es auch noch die besten belgischen Waffeln außerhalb Belgiens. Halleluja!

Die ersten Tage verbringe ich zusammen mit Toni, Britta und Philipp die ich in Chiang Mai kennen gelernt habe. Die drei wollen unbedingt das Elephant Riding ausprobieren, während ich dem ganzen noch ein wenig kritisch entgegen blicke. Erst nachdem ich die Elefanten eingehend auf Wunden, Ketten etc. untersucht habe gebe ich nach und buche zusammen mit den Dreien die Tour und bin bis heute ewig dankbar dafür! Ich habe mich nicht nur in Pai sondern auch in die großen Dickhäuter verliebt! Was für ein Erlebnis! Diese Tiere haben eine so unglaubliche Kraft und auch wenn es etwas wackelig am Anfang ist fühlt man sich sicher. Wir wandern mit unseren Elefanten ins Wasser um ein wenig zu baden und ich frage ganz wagemutig ob ich auch ein Foto auf dem Rüssel machen dürfte. Natürlich meint der Guide, ich muss mich nur breitbeinig vor den Elefanten stellen welcher mich dann hochheben soll. Ohne zu zögern stelle ich mich also vor das Tier, er bekommt ein Kommando und schneller als ich denken kann fliege ich durch die Luft und lande hinter (!) dem Elefanten im Wasser. Ich schaue perplex und leicht geschockt, während der Trainer lacht. Doch trotz Neckereien wird der Dickhäuter eines meiner absoluten Lieblinge der Tierwelt bleiben.

Pai bietet neben Wasserfällen auch natürliche Hot Springs an. Bei 36° C Mineral Water genießen wir den Natural Spa und verwöhnen unsere Haut, bis es dann doch etwas zu heiß wird. Abends erreichen wir zufälligerweise genau 5 Minuten vor Sonnenuntergang den großen Canyon und genießen die letzten Sonnenstrahlen am wohl schönsten Aussichtspunkt Pais.

Natürlich darf, wenn man schon einmal in Thailand is(s)t, der klassische Kochkurs nicht fehlen um das liebgewonnene Essen auch in Deutschland weiterhin genießen zu können. Zusammen mit einem englischen Pärchen koche ich fünf Gerichte meiner Wahl und bin schon bisschen stolz auf das Ergebnis. Essenseinladungen folgen!

Curry Paste

An manchen Tagen sitze ich nur in meinem Lieblings Café, trinke literweise Chai Tea mit Coconutmilk, lese mein Buch und genieße das Leben. Das schöne an dem kleinen Ort ist, dass man schnell Leute kennen lernt und sich natürlich immer wieder über den Weg läuft. An einem meiner vielen Tage im Café setzt sich ein Mädchen aus Spanien neben mich und wir kommen ins Gespräch, nach kurzer Zeit kommt auch ein Freund von ihr vorbei und wir fangen an über Tattoos zu sprechen und meinem 3-jährigen Wunsch nach der Weltkarte am Fußknöchel. 15 Min. später stehen wir im Tattoo Studio von dem Freund des spanischen Typen und ich lasse mir endlich das Tattoo stechen. Es lebe die Spontanität! Die Welt wandert mit mir und ich mit ihr und Pai wird so immer in meiner Erinnerung bleiben.

Ich weiß nicht genau wie lange ich in Pai war, doch für das „Smile Festival“ bin ich dann doch, nach Chiang Mai zurückgekehrt. Ein Freund von mir dokumentiert das Festival mit einem Film und wir promoten so viel, dass am Ende einige Bekannte mitkommen. Wir tanzen bis in den Morgen und sind alle etwas wehmütig, da fast jeder Thailand bald verlassen wird.

Mich verschlägt es ins Nachbarland Laos, bis bald!

White Buddha

Cooking Class

Khao Soy

Fried Rice with Chicken

Sonnenuntergang

Lieblingsplatz in meinem Hostel

Chiang Mai

Buddha and Bicycle

Es ist geschafft! Die Regenwolke, welche mich seit ich in Asien angekommen bin verfolgt ist fort! Der Norden Thailands ist meine Rettung und die Sonne lacht mit mir. Dank der Engländer aus Krabi habe ich schon einen guten Tipp für ein schönes Guesthouse bekommen und werde nicht enttäuscht. Vie der Besitzer ist der wohl coolste und netteste Thailänder den ich bis jetzt getroffen habe. Er spricht nicht nur englisch (das kann hier kaum einer!) sondern bietet Trommelkurse an, malt Portraits und zaubert auch noch das beste Früchte Müsli der Welt am Morgen. Alles ist sehr familiär, weshalb man hier schnell Anschluss findet. Ich erkunde mit Jodon, einem Kanadier eine große Tempelanlage in den Bergen um Chiang Mai, gehe Abends mit allen auf die verschiedenen Märkte und probiere mich durch die leckeren Essenstände und tanze in einer der vielen Bars bis die Müdigkeit siegt.

Vies special breakfast

Chiang Mai ist eine süße Stadt, deren Mitte von einem Fluss umrandet die Old City beherbergt. Sie ist als Fahrradstadt bekannt (obwohl ich hier zu 90% nur Touristen auf dem Zweirad gesehen habe), weshalb ich mir zusammen mit Antonia ebenfalls eines ausleihe um die Stadt zu erkunden. Nach einem leckeren Frühstück in unserem Lieblingscafé nehmen wir uns vor systematisch die Straßen entlang zu fahren um alles zu sehen. Nach 50 Metern erreichen wir den ersten Tempel (einer von 1000 in diesem Städtchen) und spazieren hinein. Ich grüße drei Mönche die an einem Tisch sitzen und möchte gerade weiter gehen, als mich einer der Mönche fragt ob ich denn nicht mitspielen möchte. Mitspielen? Sie möchten englisch lernen und schreiben deshalb Wortketten – also der letzte Buchstabe des alten Wortes bildet den Anfangsbuchstaben eines neuen englischen Wortes. Wir setzen uns zu ihnen. Anstatt zu spielen kommen wir ins Gespräch und drei Stunden später sitzen wir immer noch mit den Mönchen am Tisch und reden. Sie erklären uns die Grundlagen des Buddhismus und weshalb sie sich entschieden haben, bereits mit so jungen Jahren Mönche zu werden. Es ist später Nachmittag als wir den Tempel vollkommen geflashed von den intensiven Gesprächen verlassen. Wir müssen über unsere „50 – Meter Radeltour“ lachen und beschließen „jetzt wirklich“ mal die Stadt zu erkunden.

I want to ride my bicycle

Der alte Stadtkern von Chiang Mai bietet viele kleine Cafés und Restaurants, zwischen enge Gassen und schmalen Straßen findet man immer wieder größere Tempelanlagen. Es ist ruhig hier und ich könnte ewig weiter radeln um noch mehr Eindrücke zu gewinnen, doch es wird dunkel und ein Spaziergang Abends über die verschiedenen Märkte bietet auch viel – vor allem für den Magen!
Am nächsten Abend überzeugt uns Vie davon zum Ladyboy Cabaret zu gehen. Ich bin anfangs skeptisch, weil ich mir nicht genau vorstellen kann was die hübschen Frauen oder Männer oder was auch immer, auf der Bühne anstellen werden. Doch von der ersten Sekunde meines Ankommens, weiß ich, dass es ein lustiger Abend werden wird. Die Thaimänner sind geschminkt und in hohen Schuhen, einige haben sich Brüste operieren lassen und sehen so weiblich aus, dass man wirklich zwei mal hinsehen muss um die männlichen Züge zu erkennen. Es ist eine Art Playback Show, bei der bekannte Lieder von den verschiedenen Ladyboys in sehr weiblichen Kostümen vorgeführt werden. Man merkt welchen Spaß die Künstler haben und dass sie sich selbst nicht ganz so ernst nehmen, man kann nicht anders als lachen und jubeln – einfach schön!
Auch meine Zeit in der Fahrradstadt Chiang Mai neigt sich dem Ende zu und ich begebe mich in das kleine Hippiedorf Pai um dort ein wenig zu relaxen und die good vibrations in mir aufzunehmen.

 

Lieblingscafe

Korean BBQ (danach musste ich wegen akuter Überessung nach Hause!)

Cabaret Show

 

 

Thai Porrege

 

Im Süden Thailands auf Ko Phangan und Krabi

Auf der Suche nach Sonne

Auf dem Weg von den Cameron Highlands zur malaiischen Insel Langkawi denke ich noch einmal darüber nach, ob es nicht besser wäre gleich nach Thailand zu düsen. In Langkawi ist genau an diesem Tag ein großer Marathon und alle Hostels sind ausgebucht. Ohne Schlafplatz reizt mich die Insel nicht besonders, also frage ich den Minibus Fahrer ob er weiß wie ich am besten nach Thailand komme. Er meint, dass es kein Problem ist und setzt mich an einem Bahnhof ab. Der Bahnhof ist leer, keine Menschenseele außer die Dame am Schalter. Ich frage nach dem Zug und sie bestätigt, dass es einen Zug gibt, jedoch nur bis  zur Grenze. Um die komplette Fahrt zu beschreiben braucht es mehr als starke Nerven, also verschone ich euch mit den Details. Das „Highlight“ jedoch war meine Wartezeit von Mitternacht bis vier Uhr morgens an einem Bahnhof irgendwo in Thailand, eingewickelt in meinen Schlafsack, mein kleiner Rucksack als Kissen und der große Backpack festgebunden an den kleinen, sodass ich einigermaßen sicher am Bahnhof auf einer Bank schlafen konnte. Meine einzige Motivation während dieser 37 stündigen Reise: Strand, Meer und Sonnenschein auf den Inseln Thailands! Völlig übermüdet schaffe ich es am Ende wirklich auf eine der Fähren nach Ko Phangan und freue mich schon auf zwei Wochen Urlaub vom Reisen. Doch was ist das? Graue Wolken, kühler Wind, Regen…. die Insel ist wie ausgestorben! Die Regenzeit hat sich dieses Jahr nach hinten verzögert, weshalb es die ungünstigste Zeit ist um hier Urlaub zu machen. Meine Müdigkeit ist mittlerweile so groß, dass ich wieder hellwach bin. Ich versuche das Beste daraus zu machen und miete mir zusammen mit Rick den ich auf der Fähre kennen gelernt habe, einen Roller um die Insel zu erkunden. Aber ohne Sonnenschein und mit Regenpfützen überall ist sie nur halb so schön wie sie sein könnte. Das einzig Schöne: Meine eigene kleine Hütte mit Hängematte (günstiger als ein Hostel!). Hier finde ich nach über 50 Stunden wachsein endlich den langersehnten Schlaf.

Ich verbringe drei Tage auf der Insel, gehe auf eine Party, schaffe es sogar an einem schönen Tag am Strand zu liegen und im Meer zu baden und stelle mir vor wie es hier wohl bei Traumwetter sein muss, wohl traumhaft! Die anderen Inseln hätte ich ebenfalls gerne bereist, doch lohnt es sich bei diesem Wetter leider kaum.

Schönster Ausblick zum Frühstück

Home sweet home

Fisherman

Ich versuche mein Glück an der Westküste und lande in Krabi. Gleich bei meiner Ankunft lerne ich eine Gruppe Engländer kennen, die mit mir im Zimmer schlafen. Wir verstehen uns auf Anhieb und verbringen die folgenden Tage gemeinsam um die Strände und Gegend um Krabi zu erkunden. Das Wetter ist immer noch bescheiden, aber dank netter Gesellschaft macht es nur noch halb so viel aus 😉 Wir fahren mit einem der Longboats zum Railay Beach, finden eine Höhle voller Holzpenisse in allen Variationen und Größen (die spinnen die Asiaten!), gehen Abends zu den verschiedenen Nightmarkets, probieren uns durch die Essenstände, trinken Cocktails in einer chilligen Reggae Bar und fahren mit den Motorrollern durch die Gegend. Während wir eines abends am Market sitzen und unser Abendessen genießen lauschen wir andächtig einer weiblichen, zarten Stimme thailändische Lieder trällert Ich drehe mich zur Bühne, um zu sehen wer da singt und muss loslachen. Auf der Bühne (ohne viel Publikum) steht ein großer, pummeliger Thailänder, der mit solcher Leidenschaft und auffallend weiblicher Stimme sein Bestes gibt – ich schließe ihn sofort in mein Herz!

Mit dem Longboat nach Railay Beach

Reggae Bar

Peniscave

Es fällt mir sehr schwer die lustige Truppe zu verlassen. Vor allem nach meinem Abschiedsabend bei dem wir als Alleinunterhalter in einer Bar die Tanzfläche aufgemischt haben, doch es wird Zeit!

Nun versuche ich dem Schlechtwetterfluch, der mich seit ich in Asien bin begleitet zu entfliehen und mache mich früher als erwartet auf nach Chiang Mai – DIE Stadt im Norden, die mir so viele Menschen ans Herz gelegt haben. Wünscht mir Glück.

Sàwàddee ká!

 

Ko Phangan

Railay Crew

Lieblingssänger

Eh Macarena!

Foodporn

Cameron Highlands

„Thats not a f*** trail!“

Mit einem Reisebus fahre ich von Kuala Lumpur in die Cameron Highlands. Bekannt sind diese vor allem für ihre Frucht- und Teeplantagen sowie dem Mossy Forest. Der Ort Tanah Rata besteht eigentlich nur aus einer Straße mit vielen Restaurants und Souvenirläden, somit nicht wirklich sehenswert. Nach einem köstlichen Abendessen in einem indischen Restaurant treffe ich beim Bananenkauf Igor, ein Pole aus Krakau der die Zeit zwischen altem und neuem Job nutzt um zu reisen. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt, dass er nicht die teure Touristentour machen möchte, bei welcher man von einer Station zur anderen gefahren wird, sondern auf eigene Faust wandern möchte. Mein Abenteuerinstinkt ist geweckt und ich frage ob ich mich ihm anschließen kann. In meinem Lonely Planet (Geschenk der holländischen Mädchen) wird davor gewarnt alleine die Route zu gehen, da des öfteren Touristen (speziell Frauen) überfallen werden. Ohne Igor hätte ich die Tour niemals alleine machen können, so ein Glück!

Let´s go

Wir treffen uns am nächsten Tag in aller Frühe am Busbahnhof und fahren mit dem Regionalbus in das nächste Dorf. Von dort aus und mit Karte ausgestattet beginnt unsere Tour in den Mossy Forest. Zu dieser Zeit des Jahres ist es in den Cameron Highlands sehr frisch und durch die Wet Season natürlich auch regnerisch und nebelig. Wir wandern drei Stunden lang den Trail entlang und müssen des öfteren innehalten um überhaupt erkennen zu können wo der Weg sein soll. Eine Stelle ist so steil und rutschig, dass Igor belustigt ruft: „That´s not a f*** trail“, wir sehen es beide als Abenteuer und klettern euphorisch weiter durch das Dickicht. Immer wieder werden wir von Regenschauern erwischt oder versinken mit den Schuhen im sumpfigen Boden. Für solch ein Wetter bin ich leider überhaupt nicht ausgestattet, doch ich habe Glück und Igor leiht mir sein Regencape. Wir erreichen den höchsten Punkt des Berges und genießen den Ausblick ins NICHTS. Dank dichtem Nebel sieht man nur weiß. Doch das etwas mystische hat auch seinen Reiz! Wir gehen eine weitere Stunde und gelangen zu den berühmten Teeplantagen. Ich hatte bereits im Internet Fotos gesehen und diese hatten nicht zu viel versprochen. Satte grüne Plantagen und wieder dieser Nebel – ich komme mir vor wie in Herr der Ringe!
Völlig durchnässt und erschöpft kommen wir am frühen Nachmittag in der Tee Fabrik an. Dort wärmen wir uns erst einmal mit einer heißen Tasse Schwarztee auf und lassen den Vormittag Revue passieren. Selbst Igor der viel wandert und Sport treibt meint, dass er selten solch eine abenteuerliche Tour gemacht hat.

Mossy Forest

That´s not a f*** trail!

Blick ins Nichts

Teeplantagen

Da Igor am selben Tag noch nach Kuala Lumpur fährt, machen wir uns zu Fuß zurück ins Dorf. Nach einer Stunde Marsch und langsam steigendem Zeitdruck winken wir einen Bus heran um mit diesem in unser Dorf zu fahren. Es stellt sich jedoch heraus, dass wir komplett in die falsche Richtung gelaufen sind. Da hilft alles nichts mehr, jetzt heißt es Daumen raus und hitchhiken! Anfangs braucht es ein wenig, doch dann erwischen wir gleich zwei Autos hintereinander und dürfen (damit das Abenteuer weitergeht) hinten auf der Ladefläche mitfahren.

Hitch hiken

Total verdreckt aber glücklich erreichen wir sogar pünktlich das Dorf. Während Igor Richtung Süden fährt beschließe ich mich auf den Weg nach Thailand zu machen. Auch ein Traveller braucht einmal Urlaub vom Reisen, deshalb mache ich mich auf zu den Inseln im Süden Thailands!

We love Malaysia!

 

Arbeiten auf der Mango Farm

Girl! Come here! Pick faster!

Auch das Gypsyleben hat einmal ein Ende und die Geldbeutel schreien nach Futter, deshalb wurde es nach Wochen des Nichtstuns für uns Zeit zu arbeiten. Da die Mango Season genau zu diesem Zeitpunkt startet verschlägt es uns auf eine der vielen Farmen in der Umgebung von Darwin. Natürlich fängt der Job sofort an, also packen wir hektisch unsere Sachen und fahren noch am selben Tag los nach Humpty Doo oder wie wir es später nur noch nennen werden: „Humpty Don´t!“ Eine der vielen Dinge die man hier als Backpacker lernt ist, dass nur weil eine Sache ausgemacht ist, diese noch lange nicht so eintreffen wird. Deshalb wird aus dem Männer picken die Früchte, Frauen packen diese ein – ein ALLE müssen aufs Feld und pflücken. Welcome to reality.

Farmerboys

Noch voller Motivation und Naivität stehen wir morgens um halb 7 mit unserer Arbeitskleidung zwischen den Mango Plantagen und werden kurz instruiert was zu tun ist. Mit langen Stäben werden die Früchte von den Bäumen gepflückt und auf den Boden gelegt. Hinter den Pickern fährt ein Traktor mit Anhänger in welchem die Mangos kurz gewaschen und der Stil entfernt wird. Klingt simpel ist es aber nicht. Denn der Mango Sirup der aus den Früchten spritzt, wenn der Stil entfernt wird brennt wie Hölle, vor allem wenn er in die Augen gelangt. Wer jemals Chili im Auge hatte, kann sich ungefähr vorstellen wie es sich anfühlt. 5 Minuten lang kann man nichts mehr sehen und muss mit viel Wasser das Auge wieder ausspülen. Gelangt der Sirup auf deine Haut, ätzt er alles auf und hinterlässt rote Wunden die erst nach ein paar Tagen wieder verschwinden. Dazu 40 Grad, lange Kleidung, 10 Stunden täglich schwerste körperliche Arbeit und dank Wetseason eine Luftfeuchtigkeit von 100% – es gab schon schönere Zeiten! Von uns Frauen wird erwartet, dass wir die Männerabeit in der selben Geschwindigkeit und Kraft wie die Männer bewältigen. Sind wir zu langsam kommt gleich von allen Seiten eine asiatisch-englische Ermahnung (die Besitzer der Farm sind Vietnamesen): Girls! Pick Mango! Faster!. Hier wird nicht in Sätzen sondern nur in einzelnen Wörtern geredet. Namen? Wer braucht das schon! Tatjana, Isabelle und ich heißen „Girl“ und die Männer eben „Boy“, warum kompliziert, wenn es auch so einfach geht?! Aber mei, was macht man nicht alles um sich das Leben hier zu finanzieren. Nach ein paar Tagen schreien unser Körper nach einer Pause. Jede einzelne Faser ist spürbar, die Finger morgens taub und einige von uns haben bereits Mango Rash bekommen (eine Allergie gegen Mango). Zusammen mit den Jungs nehme ich mir deshalb einen Tag frei und fahre nach Berry Springs um dem Körper zumindest einen Tag Erholung zu gönnen.

Farmergirl

Dinnertime

Mangoskin

Isabelles Mango Rash

I scream for ice cream

Sunset über den Mangofeldern

Tagesausflug

Back to Berry Springs

Under Water

Die Besitzer der Farm sind zwei Vietnamesen, die sich von Anfang an uns gegenüber seltsam verhalten. Vor allem die Chefin, die ihren Mann unter der Fuchtel hat, stellt sich als totally crazy heraus. Sie glaubt an schwarze Magie und hat ,weshalb auch immer, uns drei Mädchen als die Dämonen der Farm auserkoren. Das heißt, egal was wir machen es gibt Ärger und Gebrüll. Es könnte ein Sack Reis in einem anderen Raum umfallen, wir wären Schuld. Im Nachhinein kann ich darüber lachen, aber in diesen Momenten ging es mir nach Tagen des Anbrüllens, Beschuldigens und Umziehens (Mädchen müssen an einen anderen Platz außerhalb der Farm ziehen) zu Nahe. Unser einziger Lichtblick waren drei kleine Babyhunde, welche der „Ladyboss“, am Tag unserer Ankunft für je 20$ gekauft hatte. Die Kleinen sind mit 5 Wochen noch viel zu jung und schwach um von ihrer Mutter getrennt zu werden und bekommen nicht ein mal Welpenfutter. Isabelle und mir blutet das Herz und wir entpuppen uns als Hundemamas Deluxe. Doch das Farmleben drumherum wird immer schlimmer, jeden Tag gab es neue Regeln, Vorschriften, Verbote (z.B. Mädchen dürfen die Küche nicht mehr betretet) nach 10 Tagen habe ich endgültig die Nase voll und kündige. Noch nie wurde ich so schlecht behandelt nur weil ich kein Mann bin. Zwei Stunden später, wird der Rest der Gruppe (wieder ohne einen Grund zu nennen) gefeuert und wir verlassen alle erleichtert(!) die Farm oder wie man es auch bezeichnen hätte können: den Vorhof zur Hölle.

Schlafzimmer im Container

Wer ist süßer?

Ich nehme Kontakt mit einer Agency auf, die uns noch am selben Tag einen neuen Job auf einer anderen Mango Farm vermittelt. Diesmal sind wir besser vorbereitet und wissen: Es kann nicht schlimmer werden! Wir verbringen die Nacht an einem neuen Strand und genießen einen Tag der Freiheit bevor das Farmleben wieder losgeht.

Back to Gypsylife

Strandkarawane

Bedroom

An der zweiten Farm angekommen, haben wir alle von Beginn an ein besseres Gefühl. Diesmal sind wir nicht die einzigen Backpacker sondern nur einer von vielen. Alles ist organisierter und die Mädels dürfen endlich Packing machen und müssen nicht mehr mit aufs Feld! Die ersten Abende arbeiten wir Mädels bis Mitternacht im Shed, aber da die Stimmung weit aus positiver und die anderen Backpacker so nett sind macht mir das nichts aus. Monica die Chefin ist zwar auch ein wenig verrückt und brüllt täglich im Shed herum, aber nur in die Menge, deshalb prallt diesmal alles an mir ab. An den anderen Abenden sitzen wir alle zusammen, spielen Gitarre oder trinken gemütlich Bier und genießen die gemeinsame Zeit. Leider werden die Mangos immer reifer und schlechter, weshalb eines Tages verkündet wird, dass es keine weitere Arbeit mehr gibt und wir fertig sind. Das Gute ist, dass wir zwei weitere Tage wohnen bleiben und zusammen mit den anderen das Ende der Saison feiern dürfen. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und eröffnen schon mittags die Abschiedsfeier! Bis heute bin ich froh, dass unsere Chefin nicht gesehen hat, wie es danach aussah sonst hätte sie uns wohl mehrere Tage zusammengebrüllt.

Packingcrew

Afterwork

Party, Bier und Feuerlöscher

Meine liebsten Gypsies wissen bisher noch nicht wie es weiter geht, aber wollen definitiv noch mehr arbeiten. Da ich die Einzige bin, die mit begrenzter Zeit reist muss ich mich letztendlich doch von meiner kleinen Familie verabschieden. Noch auf der Farm vor der Männertoilette (bester Handy Empfang), beschließe ich Australien vorzeitig zu verlassen und weiter nach Südostasien zu fliegen. Mit dem Geld, dass ich hier verdient habe komme ich dort gut über die Runden, während in Australien jeder Cent umgedreht werden müsste. Zudem ist Australien nicht mein Land, das weiß ich jetzt. Die genauen Gründe könnt ihr hier lesen.

Wir hören uns in Kuala Lumpur ihr Lieben, bis bald!

Kann jetzt Traktor fahren

Raucherpause

 

Puppylove

Das letzte Welpenfoto – versprochen!

Filmabend

Packing Shed

Bye bye lovely family

Darwin

Welcome to the Gypsy Camp

Seit mehr als einer Woche bin ich nun offiziell obdachlos und lebe zusammen mit den anderen Backpackern am Mindil Beach. Das Camp, versteckt im Botanischen Garten liegt nur ein paar Minuten weg von Strand und Parkplatz und ist mit Zelten und Feuerstelle ein wahrer place to stay. Da es auch nachts sehr warm ist schlafen wir immer am Strand, nur mit Isomatte und Schlafsack. Alleine für den Sonnenuntergang und die ersten Strahlen am Morgen lohnt sich dieser Platz schon. Geduscht wird in den öffentlichen Sanitäranlagen direkt am Parkplatz. Gekocht wird immer mit Lebensmitteln die wir beim Dumpsterdiving also Containern finden. Abends schmeißen Supermärkte so viele (gute, verpackte) Lebensmittel weg, ein echtes Paradies und dazu noch kostenlos. Alles was wir finden landet in Charlies Auto, ein Franzose mit einem großen weißen Van, bei dem sich abends alle Gypsies versammeln. Ich liebe es hier zu kochen und jeder teilt alles was er gekauft oder gefunden hat – familiär und lustig! Abends wird gekocht, geraucht, getrunken und immer neue Backpackervans halten neben uns um mitzufeiern. Es gibt auch einige Obdachlose, die sich unserer jungen Gruppe angeschlossen haben. Toto mein Lieblingsaboriginie (eig. nur halber), ist 57 Jahre alt und lebt seit er denken kann in der Natur (und liebt es!). Er ist der weise Philosoph der Gruppe und sein Lieblingssatz ist „Not so bad“. Wenn es tagsüber mal wieder zu heiß ist, gehen wir in eines der vielen Hostels und verbringen dort den Tag am Pool, fällt niemandem auf und ist glaube ich sogar (ausnahmsweise) mal nicht verboten. Zwei mal die Woche findet am Mindil Beach ein großer Markt mit feinem Essen, schöner Kleidung und Straßenmusikern statt. Da wir auf Sparflamme leben beginnt für uns das richtige Vergnügen erst am Ende des Abends, wenn die Foodstände langsam das Aufräumen beginnen. Die Verkäufer sind alle sehr nett und schenken uns alle übrig gebliebenen Essen. So kommt es, dass zwei mal die Woche das Gypsycamp ein wahres Festessen zu Abend bekommt!

Leider sind die Ranger in letzter Zeit auf uns und das Camp aufmerksam geworden. Sie versuchen uns ständig zu vertreiben, weshalb wir in den letzten Tagen an einen anderen Strand umsiedeln mussten. Langsam wird es für uns Zeit eine richtige Unterkunft zu suchen, da die Stormy Season beginnt und Thunderstorms das Land heimsuchen. Der Himmel sieht aus wie eine Disco, hunderte von Blitzen in wenigen Minuten ziehen über uns hinweg und machen das Schlafen in der Natur kaum mehr möglich.

Auch wenn es für die Leser vielleicht etwas seltsam klingt, bisher gefällt es mir in Darwin wirklich am besten. Familiäre Atmosphäre, netten Menschen und das Leben in der Natur – mehr braucht man nicht!

Sonnenuntergang am Mindil Beach

Mondparty

Gypsies

Tag am Pool

Das tägliche Aufwachen am Strand – wunderbar!

Mindil Market

Am Wochenende beschließe ich die Landschaft um Darwin herum zu erkunden und teile allen mit, dass wir einen Familienausflug nach Litchfield machen. Wer hätte es gedacht, der ganze chaotische Haufen ist dabei und wir bekommen es sogar auf die Reihe! Da wir kein Auto haben, teilen wir uns in Zweiergruppen auf und Hitch Hiken am Samstag nach Berry Springs. Hannes und ich sind die ersten am Ziel und ein paar Minuten später kommt schon das nächste Trampingduo an. Bald sind wir alle vollzählig (8 Personen) und geniessen das kühle Nass! Noch am Wasser treffen wir auf Australier, denen so glaube ich das eigene Leben ein wenig zu langweilig ist, denn sie wollen sich sofort unserer Gruppe anschliessen und abends mit uns Party machen. Brad hat einen Pickup in welchem wir alle mitfahren können. Da kaum Platz im Auto ist, nehmen wir auf dem Dach Platz und geniessen den Fahrtwind aus dem Park hinaus. In der Nähe finden wir versteckt im Bush einen guten Platz zum wildcampen. Die Australier fahren noch einmal zum Supermarkt und laden uns auf Essen und Getränke ein – so nett!! Wir feiern bis in die Nacht hinein und beschließen irgendwann uns in den Park zu schleichen um schwimmen zu gehen. Bei Nacht und (keinem) Nebel klettern wir unter dem Zaun hindurch, ignorieren die Krokodilwarnungen und laufen zu dem kleinen Wasserfall.

Berry Springs

Schoglenz (Schogli & Lorenz) ❤

Nachtbaden

Indienfeeling

Autodachparty

Am nächsten Tag wollen wir weiter nach Litchfield Hitch Hiken, die Australier wollen mit und packen einfach alle ins bzw. auf das Auto. Bei 130 km/h genauso lustig und abenteuerreich wie es sich anhört.
Litchfield ist wunderschön, vor allem am Morgen als ich eine der ersten bin die schwimmen geht während der Rest noch schläft. Als alle wach sind, beschließen wir noch den Rundweg zu laufen und verlassen natürlich oben angekommen den gesicherten Trail um ein wenig die Umgebung zu erkunden. Mal wieder hat sich das Risiko gelohnt und wir gelangen an einen wunderschönen Spot, mit tiefen Schwimmlöchern, in denen es sich wie im Whirlpool baden lässt. Erholt von unserem kleinen Kurzurlaub geht es um die Mittagszeit nach Hause in unser Camp.

Wangi Falls – Litchfield

40 Moskitobites in einer Nacht…

Whirlpool

Heute Morgen kam endlich der lang ersehnte Anruf von der Mango Farm, dass wir ab morgen dort arbeiten können. Goodbye Gypsycamp, hello Farmleben!

Gypsy Füße

Outback of Northern Territory und Cape Tribulation

Vier Tage Outback im NOTHING Territory

Während Isabelle den bequemen Luftweg bevorzugt machen Phillo und ich uns auf den Weg die lange Strecke von 2584 Kilometern mit dem Auto zu bezwingen. Bevor wir die lange Fahrt in Angriff nehmen,  machen wir jedoch noch einen Ausflug zum Cape Tribulation, 140 km nördlich von Cairns. Einen Abend zuvor bekamen wir von einem netten Hippiepärchen Geheimtipps für zwei Wasserstellen die wir unbedingt ansehen sollten. Am nächsten Tag machen wir uns auf und suchen, suchen, fragen, suchen bis wir endlich an den besagten Wasserstellen ankommen. Die Geduld hat sich gelohnt, denn beide Plätze sind wunderschön, mit klarem Wasser und mitten im Regenwald. Die zweite Wasserstelle ist bei den Aboriginies ein heiliger Ort, da die Frauen früher dort hingingen um Ihre Kinder zu gebären. Männer sollten deshalb nicht im Wasser baden, was einige ignorante Touristen leider ignorieren.

Cape Tribulation

Magischer Ort

Frauen dürfen baden 🙂

Nach den Tiefen des Regenwaldes, machen wir uns letztendlich doch auf den Weg. Ziel: Darwin, Strecke: Savannah Highway kurz: Dirtroad (keine geteerte Straße sondern nur roter Sand). Wir fahren tagelang durch das Outback. Anfangs ist es noch spannend, irgendwann ist jedoch der Punkt erreicht, an dem das Gefühl für Zeit komplett verloren gegangen ist. Sind wir gestern oder vorgestern losgefahren? Das weiß niemand mehr. Die Größe des Landes wird einem bei solchen Strecken erst wirklich bewusst. Ab und an kommt ein Auto oder der bekannte Road Train entgegen (ein LKW mit 3-4 großen Anhängern), dem sofort ausgewichen werden muss, da die Straßen einspurig sind. Nach gefühlt zwei Wochen fahrt (in Wirklichkeit 4 Tagen), verstehe ich auch, weshalb die nicht asphaltierten Straßen als Dirt Road bezeichnet werden, Jimmy das Auto hat seine Farbe von weiß zu sandrot gewechselt, genauso wie der komplette Innenraum inklusive uns. Der Staub ist ÜBERALL und wir zelebrieren Duschen wie heilige Orte. Raststätten? Fehlanzeige! Öffentliche Toiletten? Wer braucht das schon! Duschen? Haben unsere eigene dabei! Das Leben in Australien dreckig, long long ways und für Sauberkeitsfanatiker bestimmt die Hölle auf Erden. Wir stehen täglich mit Sonnenaufgang auf um so lange wie möglich fahren zu können, da wir sobald die Dämmerung einsetzt das Auto schnellstmöglich an einer Campingstelle abstellen müssen. Die Wallabys hier verhalten sich ähnlich wie Mücken und hüpfen in die Scheinwerfer der Autos sobald es dunkel wird, dies geschieht so schnell, dass es kaum möglich ist abzuweichen oder zu bremsen. Nachtfahrten sollten deshalb in Australien vermieden werden.

Termitenhügel everywhere

Natürlich gab es auch die obligatorische Reifenpanne bei Mittagshitze im Outback. Ja, ich hab fleißig den Wagenheber gekurbelt! Aufregenderes gibt es nicht zu berichten. Die Landschaft verändert sich kaum und so sind hunderte von Termitenhügeln und Kuhherden die einzige Abwechslung in der ansonsten trostlosen Umgebung. Mindestens einmal am Tag müssen die Fenster ruckartig geschlossen werden, da bereits von mehreren Kilometern Entfernung der süßliche Geruch einer verwesenden Kuh entgegenschlägt. Was sich auf alle Fälle sagen lässt, bei solchen langen Strecken ist es gut ein Mann zu sein. Erstens keine Mädchenblase, bedeutet weniger Pinkelpausen. Da es selten Toiletten gibt ist wildpinkeln für Männer weitaus einfacher und duschen mit der Campingdusche geht schnell und effizient, während Frau mit langen Haaren und ohne Wasserdruck schon etwas länger braucht. Deshalb passt das Lied aus meiner Roadtrip-Playlist von Adam Green so gut:


Da ich im Outback kein Netz habe, kann ich Isabellle natürlich nicht „vorwarnen“ und beschließe sie zu überraschen. Sie rechnet erst nächste Woche mit uns und als ich sie schließlich erreiche hat sie keine Ahnung, dass ich nur noch 6km von ihr entfernt bin.

„Hey Isi, na was machst du gerade so?“

„Haben uns in einen Pool von nem Hostel geschlichen und chilllen und du, wo bist du und wann kommst nach Darwin?“

„Puh irgendwo im Outback, denke wir sind nächste Woche da hab nur ganz kurz Netz…. in welchem Hostel bist du denn genau?“

„Das heißt Youth Shak“, aber ist echt nicht so wichtig…“

10 Minuten später stehe ich am Pool und Isabelle kann es kaum glauben, die Überraschung ist geglückt!  Ich werde sofort herzlich von ihren Gipsy Freunden aufgenommen und fühle mich auf Anhieb wohl in der kleinen Familie. Isabelle wohnt, wie bereits erwähnt, hier in einem Waldstück 3 Minuten weg vom Mindill Beach. Hier haben mehrere Backpacker ein illegales, verstecktes Camp errichtet in welchem sie leben. Phillo hat keine Lust auf Darwin und die Leute hier und möchte so schnell es geht weiter, deshalb trennen sich hier unsere Wege. Ich werde die nächsten Wochen definitiv hier verbringen, denn ab sofort bin ich auch Bewohnerin im Gipsy Camp, Geschichten folgen.

Termitenhügel oder Sagrada Familia?

Obligatorische Reifenpanne

Frühstück an der Grenze Queensland – Northern Territory

Gegen penetrante Fliegen beim Essen hilft nur ein Netz!

Irgendwo im Nirgendwo

Campingdusche

Ausgetrocknetes Flussbett

Gipsyfamilie

 

Cairns und das Hippie-Dorf Kuranda

Love, Peace and a lot of butterflies

Am Montag erreichen wir nach unserem Wochenendroatrip Cairns. Die Stadt im Norden von Queensland begeistert mich nicht besonders, sie lässt sich als ganz nett beschreiben und wie in Airlie gibt es auch hier eine Lagune die mit großer Anlage, Wifi und Sportangeboten viel zur Lebensqualität beiträgt. Doch irgendwie überzeugt sie mich trotzdem nicht. Alle Städte an der australischen Ostküste sind ähnlich und das was ich an europäischen Städten so schätze, die Kultur und das historische Stadtbild fehlt natürlich in einem Land wie Australien komplett.

Isabelle beschließt wieder zurück nach Darwin zu fliegen, der Liebe und des Geldes wegen, da sie dort auf einer Mangofarm arbeiten kann. Phillo und ich werden ebenfalls den Weg Richtung Northern Territory antreten, jedoch mit dem Auto durch das Outback.

Da Isabelle erst zwei Tage später fliegen wird nutzen wir den Dienstag für einen Tagesauflug nach Koranda. Ein kleines Hippiedorf in den Bergen umgeben von Regenwald und Wasserfällen. Durch den kleinen Dschungel gehen wir über einen Wanderweg zur Schlucht und nutzen die Gelegenheit für ein paar witzige Tarzan und Faultierfotos.

Faultier

Tarzan

Zurück im Dorf sehen wir bei einem kleinen Spaziergang ein altes (stark verstimmtes) Klavier. Isabelle hat schon ewig nicht mehr gespielt und freut sich so endlich wieder die Tasten zum klingen zu bringen, dass sie sich gleich hinsetzt und los spielt. So ein kleines Privatkonzert am Nachmittag mit Hippietouch hat auf alle Fälle etwas schönes!

Hippie-Dorf Kuranda

Am Nachmittag besuchen wir das Butterfly Sanctuary mit hunderten Schmetterlingen und sind für die nächsten drei Stunden damit beschäftigt die bunten Insekten vor die Linse bzw. auf uns zu bekommen. 1467 Fotos später gehen wir in einem der süßen Lädchen indonesisch Essen und lassen den Tag Revue passieren indem wir die 1467 Fotos noch einmal ansehen. Wir wollen nicht mehr raus aus diesem süßen Dorf und suchen uns einen Campingplatz in der Nähe um den letzten gemeinsamen Abend zu dritt entspannt ausklingen zu lassen.

Da wir gerade nicht genug von den schönen Schmetterlingen bekommen können, eine musikalische Untermalung mit einem Lied aus meiner Jugend von meinem lieben Bekannten Sam und seiner Band Jamaram.

Townsville und Little Crystal Creek

Invasion der Flughunde

Unser Roadtrip beginnt am Freitag, nach Phillos Segelturn. Wir starten Richtung Townsville mit dem Ziel Magnetic Island. Ich darf das erste mal in Australien Autofahren und muss jedes mal lachen, wenn ich statt dem Blinker die Scheibenwischer betätige, aber das wird noch! Am späten Nachmittag erreichen wir die Stadt und überlegen was wir noch machen könnten. Tripadvisor rät uns zum Besuch im Botanischen Garten und wir folgen dem weisen Rat.

Mannas on the Road

Das Regenwald Areal ist abgesperrt wegen Flying Foxes, wir stehen vor dem Schild und heben unsere Köpfe. So etwas hat noch keiner von uns gesehen, abertausende von Fledermäusen schlafen in den Bäumen über uns und in der Umgebung. Wir spazieren weiter durch den Botanischen Garten und beschließen bis Sonnenuntergang zu warten um die Tiere fliegen zu sehen. Nach 30 Minuten warten gibt es die ersten Bewegungen im Baum und kurz darauf starten sie los, der Schwarm an Fledermäusen will nicht mehr aufhören und der Geräuschpegel wird immer lauter! Wir sind wie gefesselt während der Himmel über uns kaum mehr zu sehen ist. Ab und an hört man einen lauten „Flatsch“ und es kommt wie es kommen muss, Isabelle und Phillo werden angekackt und freuen sich sogar darüber.

(Noch) schlafende Flying Foxes

sitting, waiting, wishing

Bat that!

Völlig im Rausch des Erlebten fahren wir auf den nächstgelegenen Campingplatz und müssen uns immer wieder das Video ansehen, weil es so unglaublich war, dass man es kaum in Worte fassen kann.

Spektakulär

Am nächsten Tag beschließen wir aus Kostengründen Magnetic Island sein zu lassen und lieber weiter Richtung Cairns zu fahren. Auf der Strecke entdecken wir ein Schild mit „Little Crystal Creek“ und biegen ab. Das ist das schöne an spontanen Mitfahrern, man weiß nie wo die Reise hingeht. Die Schlucht entpuppt sich als kleines Naturwunder. Mitten im Wald, Wasserfall, kristallklares Wasser und viele Gumpen. Erst klettert jeder für sich und erkundet die Landschaft, dann startet Philipp mit einem Sprung vom Wasserfall ins kühle Nass. Isabelle nach ein wenig zögern hinterher, ich muss mir eine andere Stelle suchen, da ich ein Problem mit nichtsenkrechten Felsen habe. Der Fluss hat aus den Steinen Rutschen und kleine Badebecken gezaubert und wird so zu einem unserer Lieblingsplätze in Australien.

Paradise

Weiter geht unser Roadtrip wir stoppen an weiteren Creeks, Wasserfällen & Views und fahren über Umwege immer weiter Richtung Cairns. Das gute an Australien sind die vielen gratis Campingplätze. Manchmal sind sogar (kalte) Duschen dabei und die Natur ist der Hammer! Am Abend erreichen wir einen -leider kostenpflichtigen- Campingplatz direkt am See (mit Krokodilwarnung – na super!). Abends zeigt uns Philipp mit welchen Einstellungen an der Kamera es möglich ist, den unbeschreiblich schönen Sternenhimmel Australiens zu fotografieren. Zudem gibt es die tolle Funktion mit Licht etwas in den Himmel zu schreiben, was wir natürlich ausprobieren.

Sternenhimmel

Love Peace and Happiness

Heute Morgen haben wir Cairns erreicht und werden die nächsten Tage hier verbringen. Die ersten gemeinsamen Roadtrips haben auf alle Fälle viel Spaß gemacht und sind sehr viel lustiger als Hitch Hiken oder Bus fahren!

Birds

Botanic Garden

Baumstrauß

Angekackt

Gruselfilmstimmung

Waterfall